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10 Jahre MAIK Münchner außerklinischer Intensiv Kongress – eine Bilanz

08.12.2017

Foto: Pressegrafik MAIK.

 

Möglichkeiten und Wirklichkeiten der außerklinischen Intensivpflege

Der 10. MAIK Münchner außerklinischer Intensiv Kongress am 27. und 28. Oktober 2017 unter der Schirmherrschaft von Melanie Huml, Bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, hatte wieder viele hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland angelockt. Denn die Versorgung außerklinisch beatmeter Kinder und Erwachsener ist längst kein Nischen- oder Orchideenthema mehr. Wir durften an diesem Kongress teilnehmen und waren vor allem beeindruckt  von der außergewöhnlichen Arbeit aller Intensivfachkräfte. Diese Arbeit wurde in dieser Veranstaltung offen und wertschätzend vorgestellt. Hier die Zweitveröffentlichung des Presseberichts des Veranstalters selbst.

Tagtäglich werden aus den Kliniken Menschen entlassen, die nicht mehr eigenständig atmen können, in der Annahme, die intensivpflegerische und medizinische Versorgung würde dann schon „irgendwie klappen“. Dass dem nicht so ist, war eine der wichtigsten Botschaften des zweitägigen interdisziplinären Fachkongresses, bei dem alle Berufsgruppen, die in der außerklinischen Intensivversorgung tätig sind, vertreten waren. Dazu gehören Wissenschaft, Medizin, Pflege, Therapie, Sozialpädagogik Casemanagement, das Sozialrecht, Krankenkassen, MDK und die Medizintechnik. Letztere führte nicht nur Workshops durch, sondern stellte ihre Innovationen auch auf einer, in diesem Jahr noch größeren, Ausstellung vor.

Vorträge, Workshops und Diskussionsrunden

In Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden kam eine Fülle an wichtigen Themen zur Sprache, so die Querschnittlähmung, die neue S2k-Leitlinie, Hygiene, das Sozialrecht, die medizinisch-pflegerische häusliche Versorgung von Kindern und Jugendlichen sowie deren Übergang ins Erwachsenwerden. Auch Liebhaber von praktischen Übungen kamen in Workshops mit Schwarzlicht, speziellen Techniken des Sekretmanagements oder mit Musikinstrumenten, die in der Musiktherapie genutzt werden, auf ihre Kosten. Für Menschen, die nicht mehr Schlucken können, gibt es inzwischen gute Ansätze, und ein Referent, der nach einem Schlaganfall nur noch mit den Augen zeigen konnte, dass er bei klarem Verstand ist, erklärte den Unterschied zwischen Wachkoma und Locked In. Doch auch modernste Technik wie eine Datenbrille, Gehirn-Computer Interfaces und Exoskelette werden vorgestellt.

Viel Freiraum für persönliche Gespräche

Was begeisterte und diese beiden Tage so kostbar machte, waren neben der Fülle an Informationen die vielen persönlichen Begegnungen und Gespräche. Es ist immer wieder beeindruckend, mit welchem Engagement jeder in seinem jeweiligen Arbeitsgebiet tätig ist. Und jeder braucht den anderen, damit ein außerklinisch beatmeter Mensch dann tatsächlich optimal versorgt ist. Dass es daran immer mehr mangelt, zumal es viel zu wenig qualifizierte Pflegekräfte und Hausärzte gibt, die in der sog. „Heimbeatmung“ bewandert sind, ist eine Tatsache. Hier ist vor allem die Politik gefordert, die die Rahmenbedingungen setzt und ändern muss.

Den ersten Impuls mit dem Titel „Hilfe, wenn der Boden unter den Füßen schwindet“ gab in diesem Jahr Christine Bronner, die Geschäftsführerin und Gründerin der Stiftung Ambulantes Kinderhospiz München AKM. Die Sozial- und Musikpädagogin sowie Therapeutin und Fachfrau für Palliative Care zeigte, wie viele traumatisierte Menschen es gibt und dass sie unbedingt in Krisensituationen aufgefangen werden müssen. Und, das betonte sie ausdrücklich, dass dies für jeden Menschen zu gelten hat, egal aus welchem Land und Kulturkreis diese kommen.

Um die bereits bestehenden Versorgungsengpässe aufzufangen, ist eines der Ergebnisse des Kongresses die Aufforderung an alle Verantwortlichen, mehr miteinander zu kooperieren. So wurde beispielsweise die neue Interessengemeinschaft der Anbieter Außerklinischer Intensivpflege NRW e.V. vorgestellt, die neue Wege für eine bessere Versorgung der betroffenen Menschen einschlagen möchte. Beim nächsten MAIK Münchner außerklinischer Intensiv Kongress am 26. Und 27. Oktober 2018 wird man sicherlich mehr erfahren, wie erfolgreich das Netzwerken an beiden Kongresstagen war. Mehr unter www.maik-online.org

Unser Fazit: Tolle Veranstaltung! Mehr dazu und der Ausblick in das Jahr 2018

Über den MAIK (Auszug)

Der MAIK Münchner außerklinische Intensiv Kongress war in Deutschland der erste Fachkongress für außerklinische Intensivversorgung, der aus der Pflege heraus organisiert wurde und der den Schulterschluss mit den medizinischen Experten suchte. Seit 2008 findet der MAIK jährlich statt. Er vereinigt die Kompetenzen aller Berufs-und Interessengruppen, die sich mit der außerklinischen Intensivversorgung von Menschen befassen, deren Körperfunktionen einer erheblichen medizintechnischen Unterstützung bedürfen. Ein Schwerpunkt ist die außerklinische Versorgung von Kindern oder Erwachsenen, nicht mehr eigenständig atmen können. Pflegenden aus stationären Pflegeeinrichtungen, von Intensivstationen und aus ambulanten Pflegediensten bietet der MAIK aktuelle und fundierte Informationen für ihren beruflichen Alltag. Der zweitägige Kongress mit Fachvorträgen, Workshops und begleitender Industrieausstellung ist eine ideale Plattform, um miteinander ins Gespräch zu kommen und sich zu vernetzen. Dies gilt insbesondere für die Mitglieder von Selbsthilfeorganisationen, die Betroffenen, ihre pflegenden Angehörigen und ihre persönlichen Assistenten.

Zur Pressemitteilung




geschrieben von Elke Gensicke